Ende des kommerziellen Walfangs
Durch kommerziellen Walfang wurden während des 20. Jahrhunderts fast drei Millionen Wale getötet, was weltweit zu einem dramatischen Rückgang der Wal-Populationen führte. Um der exzessiven Ausbeutung entgegenzuwirken, wurde 1946 das Internationale Übereinkommen zur Regelung des kommerziellen Walfangs (International Convention for the Regulation of Whaling – ICRW) unterzeichnet und die Internationale Walfangkommission (International Whaling Commission – IWC) gegründet. Jedoch schlugen frühe Bemühungen den Walfang zu regulieren fehl. Während Wal-Populationen aufgrund von Überjagung zusammenbrachen, überzeugte wachsender öffentlicher und politischer Druck schließlich eine Mehrheit der IWC-Mitglieder, dass die einzige Möglichkeit, Großwale vor dem Aussterben zu bewahren, die Beendigung allen kommerziellen Walfangs bedeutete.
Kommerzieller Walfang verursachte katastrophale Populationsrückgänge, insbesondere bei großen Walen wie Finn-, Pott- und Blauwalen. Viele Populationen wurden fast bis zur Ausrottung gejagt und haben sich bis heute nicht vollständig erholt.
Die IWC verständigte sich 1982 darauf, die kommerziellen Fanggrenzen auf null zu setzen, was seit Umsetzung 1986 faktisch einem Verbot des kommerziellen Walfangs gleichkommt. Dieses Verbot, gemeinhin bekannt als das Moratorium, ist bis heute in Kraft.
Ungeachtet des Moratoriums erlauben die Regierungen dreier Länder – Japan, Norwegen und Island – jedoch weiterhin den Walfang. Seit 1986 wurden dabei mehr als 45.000 Wale getötet. Diese Aktivitäten – unterstützt durch eine Gruppe von IWC-Mitgliedsstaaten – untergraben kontinuierlich die Anstrengungen der IWC, Wale zu schützen, ihre Populationen zu erhalten sowie die vielen Bedrohungen, denen sie heutzutage ausgesetzt sind, angemessen zu behandeln.
In diesem Jahr jährt sich sowohl das 40-jährige Bestehen des Walfang-Moratoriums als auch das 80-jährige Bestehen der IWC selbst. Daher fordern wir die Regierungen Japans, Norwegens und Islands auf, den kommerziellen Walfang zu beenden, sowie alle IWC-Vertragsstaaten sich bei der anstehenden 70. Tagung der IWC im September 2026 für eine dauerhafte und weltweite Beendigung des kommerziellen Walfangs einzusetzen.
Vierzig Jahre nachdem die Welt sich darauf geeinigt hat, Wale zu schützen, ist es an der Zeit, den Schutz konsequent umzusetzen. Wir fordern die Regierungen von Japan, Norwegen und Island auf:
- Kommerziellen Walfang ein für alle Mal zu beenden.
- Wale als unverzichtbare Verbündete im Kampf gegen die Klima- und Biodiversitätskrise zu schützen.
Wir fordern alle IWC-Vertragsstaaten auf, ihre Unterstützung für eine dauerhafte Beendigung des kommerziellen Walfangs bei der kommenden 70. IWC-Konferenz im September 2026 zu bekräftigen.
